//Barfuß auf der Wiese

Barfuß auf der Wiese

„Wir sind Naturmenschen“, ruft Veronika dem Cheftrainer Erich Quenzer zu. Barfuß war sie die letzten zwei Kilometer gelaufen und anschließend geschwärmt, wie leicht und locker das Barfuß-Joggen ist, wie sehr es die verspannte Muskulatur lockert. Trippelnd steht sie am Rand der Tartanbahn und trippelt.  Immer mit dem Fußballen voran.Drei Läufer der Cappuccino-Gruppe machen’s nach, und auf das fröhliche „Wollt‘ Ihr’s mal versuchen?“ schlüpfen die drei (und ich) aus den Schuhen und laufen ihr noch etwas unbeholfen hinterher. Nach dem Winter sind die Fußsohlen dünn und empfindlich, jeder Kieselstein auf dem Boden drückt. „Die meisten Leute setzen beim Laufen den ganzen Fuß auf“, sagt die Trainerin und demonstriert’s. „Das geht auf’s Kniegelenk.“ In leichtem Trab geht es barfuß geht es erst über die Wiese, dann auf die Bahn. Tatsächlich. Nach einigen Minuten, als der ungewohnte Stil im Körper angekommen ist, läuft sich’s federnd leicht. „Das ist etwas, das sich lohnt zu üben“, denke ich, „selbst wenn ich nur morgens übers taunasse Gras laufe.“  Am Abend lese ich im Internet über das Barfuß-Joggen. Und bin erstaunt, was dort geschrieben wird: Der Physiologe Dr. Michael Wilkinson von der Northumbria University hat in Studien gezeigt, dass selbst Läufer, die normalerweise mit klassischen Laufschuhen joggen,  ihren Laufstil sofort umstellen und verbessern, sobald sie die Schuhe ausziehen und barfuß joggen. Der Grund: Die technisch fast schon überladenen Laufschuhe schwächen oft die natürliche Fußbewegung und das Abrollen, denn viele muskulären Arbeiten der Füße werden an die „gut-dämpfenden“ Laufschuhe und Sohlenkonstruktionen outgesourct. Untersuchungen zeigen, dass es deshalb durchaus sinnvoll ist, öfter mal die Laufschuhe weg zu lassen . . .

Ansonsten war das Training super. War beim ersten Trainingstag in der Woche zuvor noch alles fremd, „ferschelts“ sich jetzt. In der Cappuccino-Gruppe kristallisiert sich heraus, dass es gute Beginner gibt, die halt vorne weg rennen, und einige Fußkranke, wie ich auch, die halt etwas länger brauchen. Klasse ist auch, beim Laufen immer wieder mit anderen Teilnehmern ins Gespräch zu kommen, so hab‘ ich am Mittwoch nett mit Frauke und Leonie geplaudert.

Ich freue mich auf’s nächste Mal.

Bis dann, die Lisa

2019-04-11T14:28:05+00:00